«Die Weiche als Störstelle im Gleis»

Im November 2018 führte das Kompetenzzentrum Fahrbahn in Olten ein weiteres seiner beliebten Fachseminare durch. Die von über 80 Vertretern von Bahnen und aus der Industrie besuchte Veranstaltung stand unter dem provokativen Titel «Die Weiche als Störstelle im Gleis».

Nach der Begrüssung der Teilnehmer durch den KPZ-Geschäftsführer Christian Schlatter führte Peter Güldenapfel vom KPZ in das Thema ein. In seinem Referat erläuterte er die Bedeutung der Weiche, die aufgrund ihrer Eigenschaften zu erhöhten dynamischen Beanspruchungen bei den Fahrzeugen führt.

m Anschluss daran informierte Martin Brunner von der SBB über das neue LCC-optimierte Weichensortiment 2022. Ziel des von der SOB, der BLS und der SBB geführten Projektes ist eine Straffung des nationalen Weichensortiments. Im neuen Sortiment sollen Optimierungen wie z.B. eine Verbesserung der Gesamtelastizität (Schwellenbesohlung) realisiert werden.

Stephan Hunn von der SOB referierte zur Optimierung der Stahlschwellenweiche. Diese soll in schwächer belasteten Streckenabschnitten zum Einsatz kommen, wo bereits die durchgehenden Gleise mit Stahlschwellen ausgerüstet sind.

Das Innovationspotential bei der Meterspur wurde von Yves Pittet der MOB aufgezeigt. So wurde in Vevey kürzlich die in der Schweiz erste Betonschwellen-Weiche mit Direktbefestigung eingebaut.

Lorenz Riesen vom BAV zeigte in seinem Beitrag, wie sich die Weiterentwicklung von Weichen auf die Typenzulassung und das Plangenehmigungsverfahren (PGV) auswirkt. Wichtig dabei zu wissen: Es besteht kein Anspruch auf Typenzulassung, aber eine Betriebserprobung von neuen Komponenten kann immer im Rahmen des PGV abgewickelt werden.

Optimierungspotentiale aus Lieferantensicht wurden von Erich Wipfler von Voestalpine dargestellt. Er sieht unter anderem grosses Potenzial beim Einsatz der härteren Schienenstahlgüte 400 UHC.

Den Abschluss machte Daniel Ziegler von der Scheuchzer S.A. In seinem Vortrag zeigte er auf, wie dank zyklischem Weichenschleifen Unterhaltskosten eingespart werden können.

Die Besucher nutzten die Pausen und den anschliessenden Apéro, um die verschiedenen Themen intensiv zu diskutieren. Und einmal mehr durfte sich das Kompetenzzentrum Fahrbahn über ein sehr positives Echo seitens der Teilnehmer freuen.


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